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Glutenfrei in Chile

Kennt ihr diese Fleckchen Erde, von denen man nie mehr weg möchte, kaum hat man sie betreten? Für mich gehört ganz klar die Atacama-Wüste dazu. Gelegen hoch im Norden Chiles kann man hier traumhafte Ausflüge machen. Als Homebase ist das kleine Örtchen San Pedro de Atacama die erste Wahl für viele Traveller. So auch für uns. Angereist sind wir von Santiago de Chile über Calama, erst in den Flieger, dann weiter mit dem Bus.

 

In Santiago am Flughafen haben wir durch Zufall das kleine Café Le Fournil entdeckt. Es befindet sich in der Ankunftshalle "International", erste Ebene. Hier gibt es tatsächlich glutenfreie Schoko-Cookies. Verpackt in einer kleinen Plastiktüte sind sie vor jeglicher Kontamination geschützt. Damit habe ich mich gleich erst einmal eingedeckt. Mein zweites Frühstück war somit gerettet.

 

In San Pedro sind wir im Hostal Mama Tierra abgestiegen. Fünf Nächte haben wir dort in einem doch sehr kleinen, aber sauberen Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad verbracht. Zum Frühstück gab es frischen Obstsalat, Joghurt und Rührei. Ein weiteres Plus war das glutenfreie Lunchpaket. Es gibt einige Touren wie bspw. Piedras Rojas oder El Tatio, die sehr früh starten. Die Hostal-Betreiber bereiten ihren Gästen dann ein kleines Lunchpaket zu - und auf Nachfrage sogar mit glutenfreien Inhalten wie Schokoriegel, Bananen und Joghurt. Nicht viel, aber ich freue mich auch schon über Kleinigkeiten.

 

In Sachen Restaurants wartet das kleine San Pedro mit einer unglaublich großen Anzahl an netten und geselligen Lokalen auf. Glutenfreies Essen zu finden, ist aber leider nicht ganz so easy und die Auswahl auch nicht all zu groß, was aber wohl eher daran liegen mag, dass die Chilenen tendenziell Fleisch mit einer Beilage wie Reis, Kartoffeln oder Pommes zu sich nehmen. An dieser Stelle kann ich schon einmal sagen, dass das chilenische Gericht "Lomo a lo pobre" wohl zu meinem ganz persönlichen "Evergreen" auf unserer Reise geworden ist: gegrilltes Kalbsfilet auf Pommes mit einem Spiegelei und in Butter angebratenen Zwiebeln. Nichts besonderes, aber lecker! Solltet ihr also mal nichts passendes finden, "Lomo a lo pobre" gibt es überall. Und gleich zweimal habe ich den Klassiker in San Pedro verdrückt. Empfehlen kann ich euch:

Restaurant Katarpe

Domingo Atienza 441, San Pedro de Atacama

Sehr nettes und hilfsbereites Personal. Es gibt in San Pedro ein gleichnamiges Hotel, welches dazu gehört.

 

La Picada Del Indio

Tocopilla 418, San Pedro de Atacama 

Dieser Laden scheint sehr beliebt zu sein, sowohl bei Chilenen als auch bei den Touristen. Wer hier essen möchte, sollte sich schon vor Öffnung des Restaurants in die Warteschlange in der kleinen Seitengasse stellen - oder eben reservieren. Der Kellner, der uns bediente, kannte sich in Sachen Zöliakie gut aus.

 

Ckunza Tilar

Calle Caracoles 400, San Pedro de Atacama

Auch wenn das Restaurant an der Hauptstraße liegt, lässt es sich in dem wunderschönen und etwas nach hinten gelegenen Außenbereich entspannt sitzen. Die Kellnerin war sehr aufmerksam und hat sich beim Koch noch einmal rückversichert, welche Gerichte glutenfrei sind. Leider war die Auswahl nicht so groß, mein Salat aber sehr lecker.

 

El Paso Del Inca

Ruta 23, San Pedro de Atacama

Ein nettes, kleines Lokal an einer "Imbiss-Meile". Hier gibt es super günstige Menüs. Der Besitzer hat uns auch sehr gut beraten. Als Vorspeise gab es einen gemischten Salat und als Hauptgericht habe ich mich für ein Gemüseomlette mit Pommes entschieden.



Iquique

Von San Pedro ging es dann weiter in die Hafenstadt Iquique. Rund 190.000 Menschen leben in dieser wunderbaren, aufstrebenden City, die verborgen hinter einer riesengroßen Sanddüne liegt und mich mit ihrer endlos langen Strandpromenade, zahlreichen Joggern und Polizisten auf Fahrrädern irgendwie etwas an Miami erinnert hat. Nur weniger Bling-Bling. Alleine schon bei der Anreise mit dem Bus hat man einen fantastischen Ausblick auf die Stadt, der aber von einem Gleitschirm aus noch getoppt werden kann. Iquique bietet eines der wettersichersten Fluggebiete dafür. Also wenn ihr Lust habt, durch die Lüfte zu schweben, kann ich euch die Jungs von Puro Vuelo empfehlen.

 

Untergekommen sind wir in einem schönen, strandnahen Appartement, gesucht und gefunden über Airbnb. Unser Frühstück sowie einige Abendessen haben wir uns hier selbst zubereitet.

Jumbo

Av. Heroes de la Concepción 2855, Iquique

Der Supermarkt verfügt über ein unglaublich großes Angebot an glutenfreien Lebensmitteln. Kekse, Brötchen, Nudeln, Bier - you name it!

 

La Pica de la Maria

Puerto de Iquique

In Iquique wollten wir auf jeden Fall Ceviche essen: roher Fisch mariniert in Limettensaft. Dafür bietet sich der Hafen super an. Hier gibt es eine Vielzahl an Restaurants, die frischen Fisch servieren. Unsere Wahl fiel auf La Pica de la Maria und wir waren mehr als zufrieden.

 

Restaurant Café Moreno

Avenida Gorostiaga 301, Iquique

In der Nähe des Plaza Arturo Prat, dessen Wahrzeichen der Torre del Reloj ist, liegt das Café Moreno. Wir sind nach einem schönen Stadtspaziergang hier zum Essen eingekehrt. Ich habe mich für Palta Reina, Avocado gefüllt mit Hühnchen, entschieden. Lecker!



La Serena und das Valle del Elqui

La Serena ist eine malerische Küstenstadt im kleinen Norden Chiles. Wir haben hier einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg in das Valle del Elqui eingelegt, um das Humboldt-Pinguinreservat zu besuchen. Es besteht aus drei Inseln: Isla Damas, Isla Choris und Isla Chañaral. Absolut sehenswert! Meine Empfehlung: Der Ausflug lässt sich wunderbar mit dem öffentlichen Bus auf eigene Faust organisieren. Dieser fährt um 9 Uhr vor der Bäckerei Los Griegos ab. Ihr findet die Panadería auf der Francisco de Aguirre 314. 

 

Ähnlich wie in Iquique haben wir uns in La Serena auch für ein Airbnb Appartement entschieden. Gleich ums Eck gab es einen Jumbo und der hatte tatsächlich gluten- und laktosefreie TK-Pizza. Genau das Richtige für die späte Rückkehr von der Isla Damas. 

Ayawasi "Orgánico & Natural"

Pedro Pablo Muñoz 566, La Serena

Toll essen kann man auch im Ayawasi. Die Auswahl an Gerichten ist generell nicht wirklich riesig hier, aber dafür wird alles frisch und mit viel Liebe zubereitet. Glutenfrei sind der Quinoa Salat und das Pad Thai mit Reisnudeln, auf welches dann auch meine Wahl fiel. Für einen kleinen Aufpreis kann man, wenn man möchte, auch noch seine Lieblingsmeeresfrüchte hinzufügen. Mhhhh! 

 

Jumbo

Avendia El Santo 1726, La Serena

 


Weiter ging es dann mit dem Bus ins Valle del Elqui, genauer gesagt nach Vicuña. Das Elquital sorgte schon bei unserer Anreise für staunende Gesichter und ein absolutes "Hier fühle ich mich wohl"-Gefühl. Eine grüne Oase inmitten der Prekordillere der Anden. Hier werden die Trauben für den Branntwein Pisco angebaut, der Grundlage für das chilenische Nationalgetränk Pisco Sour ist. Die Destillerien kann man übrigens besichtigen. Also wer die Natur liebt, Entspannung und saubere, klare Luft sucht, ist meiner Meinung nach hier genau richtig. Und ein wolkenloser Himmel an mehr als 300 Tagen im Jahr bietet zusätzlich eine der besten Voraussetzungen für Sternebeobachtungen. Observatorien gibt es auf jeden Fall en masse!

Zaguan Hostal Boutique

Gabriela Mistral 718, Vicuña

In diesem B&B sind wir für drei Nächte abgestiegen und es hat uns echt an nichts gefehlt. Ein kleiner Patio zum Chillen, ein großes, sauberes Zimmer und vor allem super leckeres Frühstück. Es gab jeden Tag Rührei, frisches Obst, Kaffee und selbst gemachten Joghurt.

 

Chivato Negro

Gabriela Mistral 565, Vicuña

Das Restaurant wurde uns von unserem Host empfohlen. Im Innenhof kann man wunderbar sitzen, die Sonne und das Essen genießen. Die Kellner kennen sich, was glutenfreie Speisen angeht, auch gut aus und beraten gerne.

 

La Bilbaína

Gabriela Mistral 383, Vicuña

Und wer Lust auf einen Nachtisch hat oder zwischendurch einfach mal etwas Erfrischendes braucht, kann sich getrost im La Bilbaína ein Eis gönnen. Der Eisverkäufer, der uns bedient hat, ist selbst betroffen und kann daher Auskunft geben, welche Eissorten glutenfrei sind.

 

El Quincho

Prat 1110, Vicuña

El Quincho liegt genau gegenüber vom Busbahnhof. Wir haben hier nach unserer Rückkehr aus dem Örtchen Pisco Elqui eines der echt günstigen Mittagsmenüs gegessen. Als Vorspeise gab es einen Salat und anschließend konnte man aus mehreren Hauptgängen auswählen.



Punta Arenas, Puerto Natales und Torres del Paine

Mit der Ankunft in Puerto Natales - mit Zwischenstopp in Punta Arenas - ging dann auch endlich unser Trekking-Abenteuer los. Wie spannend! Dick bepackt mit Zelt, Isomatte, Schlafsack, Gaskocher und einer Menge Essen machten wir fünf Tage lang den Nationalpark Torres del Paine unsicher. Wir hatten uns für den W-Trek entschieden. Leider waren ein paar der Campingplätze, die wir favorisiert hatten, ausgebucht. Daher mussten wir einige Teilstrecken mehrfach laufen. So verrückt es jetzt auch klingen mag, reserviert zeitig beim Campingplatzbetreiber. Wir waren mit einem halben Jahr Vorlaufzeit schon echt spät dran...

 

Und wenn möglich deckt euch schon in Punta Arenas mit Lebensmitteln ein. Wir mussten in Puerto Natales nur noch ein paar Kleinigkeiten besorgen und standen tatsächlich über einer Stunde an der Kasse an. Nicht lustig und definitiv vermeidbar. Hinzu kommt, dass die Auswahl der Lebensmittel dort auch nicht so groß war. 

Mesita Grande

O'Higgins 1001, Punta Arenas 

Arturo Prat 196, Puerto Natales

THE place to eat, wenn ihr in Punta Arenas oder Puerto Natales seid. Das schicke italienische Restaurant verfügt über eine glutenfreie Karte mit einem passablen Pasta- und Pizza-Angebot. Ich habe mich einmal für die Pasta mit Lachs entschieden und vor und nach unserer Trekking-Tour jeweils eine große Pizza verdrückt! Ein weiterer Pluspunkt: Es gibt sogar glutenfreies Bier.

 

Unimarc

Lautaro Navarro 1293, Punta Arenas

Wir haben unseren Proviant für die Trekking-Tour schon in Punta Arenas besorgt. Zum Frühstück gab es Oat Meal, das ich allerdings schon in Iquique gekauft habe, und einen Kaffee. Mittags haben wir uns Reiswaffeln mit Frischkäse etwas Salami und zum Nachtisch Toffifee gegönnt. Und Abends haben wir eine Art Quinotto/Risotto mit Parmesan, Frischkäse und Erdnüssen zubereitet. Vorweg gab es ein Tütensüppchen. Mit dabei hatten wir außerdem ein paar Tüten getrocknete Apfelchips und gebrannte Mandeln. Rückblickend würde ich sagen, ist es eine weise Entscheidung in Punta Arenas einkaufen zu gehen. Denn in Puerto Natales gibt es nur einen Supermarkt mit begrenzter Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln. Punta Arenas hat dagegen mehrere Unimarcs, die ganz okay sind.



Valparaíso und Viña del Mar

Ich liebe Streetart! Und davon bietet Valparaíso eine ganze Menge. Also definitiv ausreichend Zeit zur Stadterkundung nehmen - und bequeme Schuhe anziehen! Denn in dieser netten chilenischen Hafenstadt mit ihren hübschen, bunten Häuschen geht es öfters mal steil bergauf und bergab. Etwa zehn Kilometer entfernt liegt Viña del Mar, ein bei den Chilenen beliebter Urlaubsort. Wir sind auf einen kurzen Abstecher mit der Metro nach Viña gefahren - aber nicht wegen des Urlaubsfeelings und der Strände, sondern eher wegen einem ganz fantastischen glutenfreien Restaurant: Likuram!  

Puerta Escondida Bed & Breakfast

Templeman 549, Valparaíso

Drei Nächte haben wir in diesem B&B verbracht und uns pudelwohl gefühlt. Gleich beim Einchecken hat sich unsere Gastgeberin nach Lebensmittelunverträglichkeiten erkundigt, wodurch sie mir gleich noch sympathischer wurde. Sie kennt sich mit Zöliakie gut aus, da wohl jemand in ihrer Familie auch darunter leidet. Mein Frühstück konnte ich somit sorgenfrei genießen: Es gab Rührei, Aufschnitt, Käse, Avocado, Obst und Reiswaffeln, natürlich nur für mich.

 

Los Chiles Mexicanos

Almirante Montt 249, Valparaíso

Zu Abend gegessen haben wir unter anderem bei diesem Mexikaner. Die Tacos sind leider glutenhaltig, sodass meine Auswahl auf ein - ich nenne es einmal - mexikanisch angehauchtes "Lomo a lo pobre" fiel. Eben erweitert um Reis und Bohnen.

 

Heladería Porteña de Corazón

Pasaje Galvez 213, Valparaíso

Hier gibt es glutenfreie Eissorten. Nach einem langen Fußmarsch genau der richtige Spot um eine kleine Pause einzulegen. 

 

Super Inter

Esmeralda 1034, Valparaíso

Die Buñuelos haben wir eher durch Zufall entdeckt. Nach jetzt fast sechs Lebensjahren mit Zöliakie haben Markus und ich dann mittlerweile doch schon einen geschulten Blick für die durchgestrichene Ähre oder den Beisatz "Sin gluten". Kaum gesehen, sind wir in die kleine kolumbianische Bäckerei spaziert und haben uns sechs der Teigbällchen, die aus Maniok-, Maisstärke und einer Art Frischkäse hergestellt werden, gegönnt. Achtung fettig!

 

Likuram

1 Pte 1372, Viña del Mar

Definitiv eines meiner Lieblingsrestaurants auf unserem Chile-Abenteuer. Das Personal ist sehr freundlich, die Karte fantastisch und alle Gerichte sind glutenfrei. Auch wenn es kitschig klingt, der Himmel auf Erden! Sobald ich mich zwischen mehr als fünf Gerichten entscheiden muss, bin ich immer völlig überfordert. Denn mit so einem Plätzchen hätte ich wirklich niemals gerechnet. Ich habe dann Quesadillas gefuttert. Yummy!

 

Le Petit Quer

Papudo 566, Valparaíso

Le Petit Quer wirkt von außen eher klein und unscheinbar, aber das Café ist der Hammer. Hier gibt es glutenfreie Cookies und Schokotorten aller Art. Am besten schaut ihr mit leerem Magen vorbei ;-)

 



Santiago de Chile

Und so schnell sind vier Wochen wieder rum... Da es für uns zur Mittagszeit wieder gen Deutschland ging, haben wir die Nacht vor der Rückreise ganz bequem im Hotel Diego Del Almagro Aeropuerto verbracht. Das hoteleigene Restaurant kann ich nur empfehlen. Unser Kellner kannte sich sehr gut aus und hat mein Gericht glutenfrei zubereiten lassen. Das Lachsfilet auf dem Gemüsebett war ein Träumchen...

 

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